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Die Umfrage von KEM und Industrie-Digitalisierung läuft. Alle sechs angesprochenen PLM-Anbieter beteiligen sich. Und klar ist schon jetzt: Die Datenverbindung zwischen PLM und der Asset Administration Shell (AAS) muss letztlich in beide Richtungen gehen. Die Spannung steigt. Wer baut die sichere Brücke?

Erst eine Woche läuft die Umfrage, die www.Industrie-Digitalisierung.com gemeinsam mit KEM durchführt, und schon gibt es interessante Ergebnisse. Angesprochen wurden Aras, Contact Software, Dassault Systèmes, PTC, SAP und Siemens.

Schon nach den ersten Gesprächen ist klar: Die Latte für die Anbieter liegt hoch, ihren Kunden einen bequemen, schnellen und produktiven Weg zur Nutzung von Produktdaten für die Industrie 4.0 Verwaltungsschale oder AAS (Asset Administration Shell) anzubieten. Richtig wertvoll wird diese Verbindung, wenn sie in beide Richtungen funktioniert. Es geht nicht nur darum, Produktdaten automatisch in den offenen Standard AAS auszuleiten. Viel wirkungsvoller wird es, wenn umgekehrt die AAS auch genutzt werden kann, um Produktdaten im PLM automatisiert zu aktualisieren.

PLM-Export und -Import mit AAS (Bild Sendler)

Industrie 4.0 und Smart Factory

Die Initiative Industrie 4.0 war 2011 angetreten, die Voraussetzungen für eine Smart Factory zu schaffen. Offene Standards sollten die Möglichkeiten schaffen, damit der wichtigste Kernprozess der Industrie, nämlich die Produktion selbst, zunehmend autonom ablaufen kann. Inklusive aller dazugehörigen Prozesse über den gesamten Wertschöpfungsprozess. Also auch der Lieferkette.

Jede Maschine sollte – so unter anderem die Vision – selbst in der Lage sein, das für den nächsten Arbeitsschritt nötige Material und die entsprechenden Werkzeuge zu ordern. Dazu hat die Plattform Industrie 4.0 das Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 geschaffen. Und eben als generelle Schnittstelle die Verwaltungsschale oder AAS. Dazu gibt es für verschiedene Verwendungszwecke viele verschiedene Untermodelle, etwa den „Generic Frame for Technical Data for Industrial Equipment in Manufacturing“, den „Digital Nameplate for industrial equipment“, oder die „Product Change Notifications for Industrial product types and items in manufacturing“.

Mit PLM den Aufwand reduzieren

Dass die Smart Factory auch 15 Jahre später noch nicht Realität ist, liegt daran, dass dafür alle Beteiligten die AAS nutzen müssten: Produzenten und Maschinenbauer, sämtliche Komponentenhersteller, alle Lieferanten und die Automatisierungsanbieter müssten ihre Daten als AAS bereitstellen. Das aber ist ein Zusatzaufwand, den jeder Produzent und Anbieter für sein gesamtes Portfolio auf sich nehmen und für den er Personal bereitstellen muss. Und da kommt PLM ins Spiel.

Denn ist nicht der Anspruch von PLM, alle zu einem Produkt gehörenden Daten über dessen gesamten Lebenszyklus bis hin zur Wartung und letztlich bis zum Recycling zentral für ein Unternehmen zu verwalten? Auch das ist 25 Jahre nach dem Start des Großthemas PLM keineswegs selbstverständlich und beileibe nicht in der Mehrzahl der Industriebetriebe realisiert. Aber diejenigen, die es realisiert haben, können jetzt auf diese Daten auch zugreifen, um sie in der AAS zu nutzen.

Deshalb ist die Frage, ob diese Nutzung von den Anbietern automatisiert als Standardfunktion zur Verfügung gestellt wird, eine Frage des tatsächlichen Werts, den die PLM-Installation für den Kunden hat. Genau darum dreht sich die laufende Umfrage.

Verreter von Eplan und Partnern auf Eplan Next26 zu AAS (Foto Sendler)

Vorreiter aus der Deckung!

Die Reaktion auf Beiträge dazu in LinkedIn zeigen, dass das Interesse groß ist. Noch größer würde es sicherlich, wenn mir die Vorreiter erlauben würden, über ihre entsprechenden Pilotprojekte im Detail zu berichten. Mit den ganz konkreten Vorteilen, die alle an der Wertschöpfung Beteiligten davon haben.
Bekannt sind Projekte vor allem aus dem Bereich der Automatisierung und Elektrokonstruktion, etwa zur Product Change Notification unter Beteiligung von Eplan, Phoenix Contact und Contact Software im Rahmen der Industrial Digital Twin Association (IDTA), die übrigens auch für die zahlreichen AAS-Modelle zuständig ist. Aber es gibt vermutlich eine Vielzahl von Beispielen, über die man nirgends etwas erfahren kann.

Ich habe die Kapazitäten und große Lust, über solche Projekte zu schreiben. Am Preis würden solche Artikel nicht scheitern. Versprochen.

Die Wirkung solcher Artikel wäre nicht nur Anschub für AAS und PLM. Sie würden PR-Wirkung erzielen, die gerade in der derzeitigen krisengeschüttelten Industrie den Unterschied für ein Unternehmen machen könnte. Je kleiner das Unternehmen, desto größer die Wirkung. Lassen wir die Hidden Champions der Digitalisierung leuchten.

Nirgends ist PLM so breit in der Industrie verankert wie in Deutschland. Die AAS wurde in Deutschland entwickelt und als offener Standard zur internationalen Norm gebracht. Wir haben am Industriestandort damit ein Kapital in der Hand, mit dem wir wuchern können. Wir sollten es tun.