Eine Initiative von KEM und Industrie-Digitalisierung
Der Nutzen des Einsatzes von Produktlebenszyklus Management (PLM) kann für die Anwender auf besondere Weise erhöht werden, wenn Produktdaten aus den Systemen automatisch im offenen Datenstandard Asset Administration Shell (AAS) bereitgestellt werden. KEM und Industrie-Digitalisierung fragen nach, wie die Anbieter dazu stehen.
Grafik erstellt mit Hilfe von Microsoft Copilot
In Kürze werden in Europa und in Deutschland Regelungen greifen, die insbesondere für die produzierende Industrie zusätzliche aktive Maßnahmen verlangen, die ihre Produktdaten betreffen. Beispiele: Digitaler Produktpass, Batteriepass, oder die „Verordnung über harmonisierte Vorschriften für einen fairen Datenzugang und eine faire Datennutzung“, kurz EU Data Act, deren Übergangsfrist im September 2026 endet.
Bereits gültige Gesetze und Regeln müssen für Produktänderungsmitteilungen und Produktabkündigungen eingehalten werden.
Unternehmen, die heute eines der marktgängigen PLM-Systeme nutzen – etwa von Aras, Contact Software, Dassault Systèmes, PTC, SAP, Siemens –, können auf die betreffenden Daten für jedes Produkt, jedes Bauteil und jede Komponente zugreifen und sie in einer regelkonformen Weise bereitstellen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Unternehmen, die für ihre Produktdaten noch nicht über Produktlebenszyklus Management (PLM) verfügen.
Von der Plattform Industrie 4.0 wurde die Verwaltungsschale oder Asset Administration Shell (AAS) als offener Datenstandard zur Normung gebracht. Sie kann jetzt als digitale Schnittstelle für beliebige Interaktionen in der industriellen Wertschöpfung genutzt werden. Sie kann beispielsweise die Form für den digitalen Produktpass sein oder für die Produktänderungsmitteilung oder Product Change Notification (PCN).
Derzeitig muss allerdings jedes Unternehmen selbst dafür Sorge tragen, die geforderten Daten in passender Form zur Verfügung zu stellen. PLM-Nutzer haben den Vorteil, dass sie ihre Daten bereits zentral finden können. Aber auch sie müssen die AAS, wenn sie diese Form nutzen wollen, individuell für jedes Bauteil mit Daten füllen.
Eine aktuell dringend nötige und sehr wertvolle Unterstützung können die PLM-Anbieter ihren Kunden bieten: eine automatisierte Ablage der für die jeweiligen Untermodelle der AAS erforderlichen Daten aus den PLM-Datenbanken heraus.
KEM und das Nachrichtenportal Industrie-Digitalisierung führen eine Umfrage durch, deren Ergebnis der Stand der AAS-Unterstützung durch die PLM-Anbieter sein wird. Angefragt werden alle genannten PLM-Anbieter. Das Ergebnis wird zur Jahresmitte veröffentlicht.