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Offene Linux-basierte Automatisierungsplattformen haben auf der diesjährigen SPS in Nürnberg noch einmal an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Weiterentwicklungen und ganze Messeauftritte inklusive Pressekonferenzen legen nahe, dass auch die bevorstehende Scharfschaltung des Cyber Resilience Act (CRA) für die offenen Plattformen ein regelrechter Booster ist.

Die SPS hat wieder zugelegt. 1.175 Aussteller zogen mit ihren Lösungen für die smarte Produktion rund 56.000 Fachbesuchern an, ein deutliches Plus gegenüber 51.300 im Vorjahr. Und natürlich waren alle wichtigen Anbieter offener Automatisierung vertreten, die sich in der Marktübersicht Smart Automation finden:

Bosch Rexroth mit ctrlX AUTOMATION, FLECS Technologies mit FLECS, German Edge Cloud mit ONCITE DPS, Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mit netFIELD, KEB Automation KG mit NOA, KEBA AG mit Kemro X, Lenze mit Lenze NUPANO, Phoenix Contact mit PLCnext Technology, SALZ Automation mit SALZ Controller, TTTech Computertechnik AG mit Nerve, WAGO mit WAGO OS und WAGO ctrlX OS, und Weidmüller mit u-OS.

Konnte man im vergangenen Jahr manchmal den Eindruck haben, dass die Offenheit der Automatisierung für die Industrie in unseren allgemein unsicheren Zeiten doch kein so großes Thema ist, dann belehrte einen die SPS 2025 eines anderen.

Eine Frage, die immer mehr Unternehmen umtreibt, spielt dabei eine besondere Rolle: die in Kürze erforderliche Sicherheit für digital vernetzte Hard- und Software in der Fertigung nach dem europäischen Cyber Resilience Act (CRA).

Denn das kostet Geld und Zeit und verlangt Know-how, das nicht reich gesät ist. Und die Plattformen können es bieten.

ctrlX AUTOMATION von Bosch Rexroth ist, so der Anbieter, CRA ready (Foto Sendler).

Der Stand von Phoenix Contact stand ganz im Zeichen der offenen Plattform PLCnext Technology (Foto Sendler)

Das Thema offene, softwaregetriebene und Linux-basierte Plattform war in diesem Jahr in Nürnberg jedenfalls nicht zu übersehen. Mehrere Anbieter machten die Plattform zum zentralen Ausstellungsthema.

Bei Bosch Rexroth ist das schon seit einigen Jahren so, aber in diesem Jahr war die Plattform auch bei KEB Automation, KEBA, Phoenix Contact und Weidmüller das Highlight. Natürlich auch bei denen, die die Plattform als Hauptlösung anbieten, wie FLECS Technologies und TTTech Computertechnik.

Fast bei allen wächst die Zahl der auf den Plattformen angebotenen Apps zu immer mehr Anwendungsfällen. Kein Wunder, denn wer auf eine offene Plattform setzt, hat neben Linux die nahezu unendliche Welt offener Software und Tools zur Verfügung.

Das ist ja auch der Grund, weshalb sich die offenen Plattformen schon bald generell als der neue Stand der Technik in der industriellen Automatisierung durchsetzen dürften. Denn die Offenheit wird an die Kunden weitergereicht, die darüber ihrerseits die Freiheit bekommen, für ihre Endkunden eigene Funktionen über Apps anzubieten.

Vielleicht wird das kommende Jahr 2026 das Jahr des Durchbruchs.

Am 11. September 2026 jedenfalls muss jeder Anbieter von Hard- oder Softwareprodukten, die eine Kommunikation über digitale Elemente erlauben, ein CRA-konformes Schwachstellenmanagement dafür nachweisen können. Auf der nächsten SPS ist das also bereits Realität. Vermutlich wird es nochmals positive Auswirkungen auf den Auftritt und die Resonanz der offenen Plattformen haben.

Auch die Plattform nerve von TTTech industrial bietet CRA-relevante Zertifikate (Foto Sendler)