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Smart Automation ist online. Neun Anbieter von 10 offenen, Linux-basierten App-Plattformen in der Industrie-Automatisierung sind hier erstmals mit Kurzinfos auf einen Klick erreichbar. In zentralen Aspekten werden sie auf einer Detailseite darüber hinaus direkt miteinander verglichen. Und ab sofort können die Anbieter auf unternehmensspezifischen Unterseiten die Besonderheiten ihrer jeweiligen Plattformen zusätzlich ganz nach Wunsch herausstellen.

Es hat sich gelohnt, den neuen Markt offener Plattformen genauer zu betrachten. Noch während der Umfrage zu ihren Besonderheiten kamen einige Plattformen hinzu. In einem Fall entpuppte sich eine ebenfalls angemeldete Plattform als ungeeignet, weil nicht offen und Linux-basiert, also gar nicht vergleichbar. Dass hier bereits zehn solcher Plattformen am Markt sind, war zu Beginn des Projekts nicht klar.

Natürlich kann man auch auf einer Website nicht alle Besonderheiten der einzelnen Lösungen darstellen. Dazu sind die Angebote schon in dieser frühen Phase viel zu divers und komplex.

Zwei Anbieter kommen aus der Branche der zentralen Unternehmens-IT für die Industrie: Sowohl Contact Software mit Elements for IoT als auch Siemens mit Industrial Operations X waren bisher eher für PLM und Datenmanagement im Engineering und anderen industriellen Prozessen bekannt. Ihre Lösungen haben deshalb ihre Stärken vor allem in der unmittelbaren Datendurchgängigkeit von den oberen Ebenen der Automatisierungspyramide bis in den Shopfloor.

Dort, in der Operation Technology (OT), sind die anderen sieben Anbieter als bekannte Hersteller von Automatisierungs-Lösungen zu Hause. Bosch Rexroth mit ctrlX AUTOMATION, German Edge Cloud mit ONCITE DPS, KEBA mit Kemro X, Lenze mit NUPANO, Phoenix Contact mit PLCnext Technology, WAGO mit WAGO ctrlX OS und WAGO OS, und Weidmüller mit easyConnect.

Sie suchen nun vom Shopfloor aus über Apps ihre Vernetzung zu Daten von Produkt, Produktion und Produktnutzung, die in der alten getrennten Welt von IT und OT nicht zu ihrem Bereich gehörten. Aber auch unter ihnen gibt es große Unterschiede.

WAGO etwa ist als einziger Anbieter mit zwei Plattformen vertreten. Einmal mit WAGO ctrlX OS für die Hardware der Serie 750, für die WAGO als erster Partner auf die Plattform von Bosch Rexroth setzte. Und daneben mit der Eigenentwicklung WAGO OS, die offen ist für Hardware Dritter und durch beliebige Apps von Kunden und Partnern ergänzt werden kann.

Die Offenheit der Plattformen

Die erste der beiden Tabellen auf der Übersichtsseite von Smart Automation zeigt einige Besonderheiten in der Grundarchitektur der Plattformen. Ob sie beispielsweise auch eine eigene Laufzeitumgebung für zusätzliche Apps bereitstellen. Oder auch, ob sie die Entwicklung von Apps durch eine eigene Entwicklungsumgebung unterstützen.

Die zweite Tabelle gibt Aufschluss darüber, auf welche Anwendungsgebiete die Plattformen ausgerichtet sind, also für welche Anwendungen sie Apps bieten oder deren Entwicklung fördern.

 

Die Anwendungsfelder der Plattformen

Was schon bei diesem kleinen Überblick auffällt: Für das, was bisher in der Industrie ausschließlich mit großen monolithischen Manufacturing Execution Systemen (MES) funktionierte, also die Fertigungssteuerung, dafür findet sich bei sechs der abgebildeten Lösungen ein grünes Häkchen.

Ausnahmslos alle bieten Condition Monitoring, das natürlich die Voraussetzung für zahlreiche mögliche Dienste ist, die Produkthersteller ihren Kunden für Produkte offerieren können. Und auch beim Industriellen Internet der Dinge (IIoT) gibt es bei keiner der Plattformen ein rotes Kreuz.

Aber viele Merkmale und Besonderheiten erfordern eine intensivere Beschäftigung mit der einzelnen Lösung. Dazu steht nun das Angebot an die Hersteller, solche Informationen von Videos über Whitepaper bis hin zu Hintergrund-Artikeln auf eigenen Unterseiten zu ergänzen. Natürlich am besten auch mit den Ansprechpartnern sowohl von Seiten des Vertriebs als auch der Entwicklung. Und mit den direkten Links in die Bereiche des eigenen Online-Auftritts, wo es alle Informationen von der Quelle gibt.

Der Anfang ist gemacht. Jetzt muss sich zeigen, wie die neue Schar der Plattformanbieter und der enorm große Kreis der potenziellen Kunden in der diskreten Fertigungsindustrie sie aufgreift und mit Leben füllt.